Öffentlicher Warenrückruf: Bio Mandeln und Mischungen

Schwarzenbek, 05. März 2021 (Update 10. März 2021)

Mit Vertrauen genießen – das heißt für uns: Sicherheit geht vor.

Deswegen wollen wir Sie an dieser Stelle schnell und transparent darüber informieren, welche Produkte vom Warenrückruf betroffen sind, welche Gründe es dafür gab und welche Maßnahmen wir ergriffen haben.

Aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes ruft die Carl Wilhelm Clasen GmbH folgende Artikel zurück:

 

Grund für den Rückruf

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich einzelne Bittermandeln in den Packungen der betreffenden Mindesthaltbarkeitsdaten befinden können.

Bittermandeln besitzen von Natur aus einen erhöhten Gehalt an Amygdalin. Aus Amygdalin wird während des Verzehrs und bei der Verdauung Blausäure freigesetzt, die zu starken Kopfschmerzen, Erbrechen, Übelkeit und weiteren Vergiftungserscheinungen führen kann. Bittermandeln zeichnen sich durch einen deutlichen Bittergeschmack aus. Aus Gründen des Verbraucherschutzes rät die Carl Wilhelm Clasen GmbH daher dringend vom Verzehr der oben genannten Produkte ab.

Grundsätzlich sind die Bittermandeln nicht in die Charge gemischt worden, sondern sind natürlichen Ursprungs. Süße Mandeln werden häufig auf Bittermandelstöcken gepflanzt. Gerade im Biolandbau lehnen wir Genveränderungen oder Überzüchtungen ab, so dass wir die natürlich vorkommenden Bittermandeln an den Süßmandelbäumen nur schwer ausschleusen können. Einige Sorten benötigen für die Bestäubung Bittermandelbäume. Gerade bei alten Sorten wurde diese häufig zwischengepflanzt, um einen Bestäubung zu gewährleisten. Auch hier gelangen optisch gleiche Mandeln ab und an mit in die Ernte. Es gibt keine Unterscheidung außer dem Geschmack.

Die Carl Wilhelm Clasen GmbH und die betroffenen Handelsunternehmen haben umgehend reagiert und die entsprechende Ware vorsorglich aus dem Verkauf genommen. Andere MHD sowie weitere Artikel der oben genannten Marken sind nicht betroffen.

Kunden, die das entsprechende Produkt gekauft haben, können dieses gegen Erstattung des Kaufpreises auch ohne Vorlage des Kassenbons in ihren Einkaufsstätten zurückgeben.

Verbraucheranfragen beantwortet der Kundenservice unter der Rufnummer 04151/8329588 (Montag bis Sonntag 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr) oder per E-Mail: rueckruf@cwclasen.de.

 

Weitere Fragen & Antworten

Wie unterscheiden sich die Bittermandeln von den süßen Mandeln?

Bittermandeln sind optisch nicht von süßen Mandeln zu unterscheiden, außerdem können Sie am gleichen Baum wachsen. Die Bittermandeln wachsen in der Regel an wilden Trieben, welche unabsichtlich geerntet werden. Bittermandeln zeichnen sich durch einen deutlichen Bittergeschmack aus, sodass sich diese in der Regel geschmacklich deutlich von süßen Mandeln unterscheiden.

Menschen haben eine von Natur aus gegebene Abneigung gegen Bitternoten, sodass der Verzehr von Bittermandeln normalerweise bemerkt werden kann.

Wir stehen mit dem Lieferanten im Austausch, um die genaue Ursache in diesem Fall zu klären. Lebensmittelsicherheit und hohe Produktqualität haben für uns höchste Priorität, daher bedauern wir diesen Vorfall sehr. Die zertifizierten Produktionsabläufe unserer Lieferanten erfüllen hohe Qualitätsstandards.

 

Welche Auswirkungen kann der Verzehr eines der Produkte mit den genannten MHD haben?

Wenn Sie Bittermandeln verzehrt haben sollten, kann es zu starken Kopfschmerzen, Erbrechen, Übelkeit und weiteren Vergiftungserscheinungen kommen.

 

Kann es zu chronischen Effekten durch den Verzehr von Bittermandeln kommen?

Bei der toxikologischen Betrachtung von Cyanid stehen in der Regel akute Effekte im Vordergrund. Der Körper ist in der Lage, Blausäure relativ schnell abzubauen. Im vorliegenden Fall sind chronische Effekte durch die Cyanidaufnahme über unsere Produkte allerdings unwahrscheinlich, da diese Belastung nur die in Frage stehenden Produkte betrifft und diese nur kurzfristig auf dem Markt waren, was gegen eine Aufnahme über einen längeren Zeitraum spricht.

 

Können Schwangere bzw. Ungeborene beeinträchtigt werden?

Zur Wirkung von Blausäure auf Schwangere und ungeborene Kinder gibt es nur sehr wenige Daten. In Tierversuchen sind Beeinträchtigungen beobachtet worden, allerdings nur bei Gabe sehr hohen Dosen. Wir lehnen Tierversuche grundsätzlich ab, so dass wir keine anderen Daten heranziehen können. Das Risiko einer Schädigung des Ungeborenen kann als eher gering eingeschätzt werden.

 

Was ist, wenn ich mich nach dem Verzehr eines der o.g. Produkte unwohl fühle?

In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, einen Arzt aufzusuchen.

 

Was passiert, wenn ich die Mandeln (aus einem der o.g. Produkte) erhitze?

In Folge der Erhitzung wird der Gehalt der Blausäure in der Regel reduziert. Trotzdem raten wir vom Verzehr ab.

 

Sind noch weitere Produkte betroffen?

Andere MHD sowie weitere Artikel der oben genannten Marken sind nicht betroffen.

 

Ich habe eines der genannten Produkte mit dem genannten MHD gekauft und bereits vor einigen Tagen verzehrt. Was soll ich tun?

Sollten Sie nach dem Verzehr eines der o.g. Produkte keine Auffälligkeiten festgestellt haben, besteht kein Handlungsbedarf.

 

Wurden die Produkte in ganz Deutschland angeboten?

Ja, die Artikel wurden bundesweit, bei Folgenden Lebensmitteleinzelhandelsketten angeboten: